Reisebericht der Tierärzte Claudia Bretthauer und Ralf Martini
Am 17.11.2009 ging es für uns, die Tierärzte Claudia Bretthauer und Ralf Martini, sowie Tierarzthelferin Sarah Nüse, auf in die Dominikanische Republik, um der dort vorliegenden Hundeproblematik durch gezielte Kastrationsaktion Einhalt zu bieten. Der Kontakt zu ortsansässigen Tierschützern wurde bereits vor 1,5 Jahren geknüpft. Voll gepackt mit sämtlichem medizinischen Equipment ging es in einem unendlich erscheinenden 10 Stundenflug ans andere Ende der Welt. Wider Erwarten gab es auf dominikanischer Seite keine Probleme mit der Einreise von unserem Equipment. Direkt nach der Anreise in unser Gästehaus wurde mit der Projektbesprechung begonnen, Problematiken erläutert, Pläne verfasst. Leider war es unseren Tierschützern noch nicht gelungen, den transportablen OP-Bus aus dem Zollgelände heraus zu bekommen.
Ein netter ortsansässiger Franzose war eingesprungen und stellte uns sein z.Zt. leer stehendes Ladenlokal ( eine gemauerte Garage mit Wellblechdach und man staune - mit fließendem Wasser ) dankender Weise zur Verfügung. Als OP-Leuchte fungierte jeweils eine 100 Watt Glühbirne. Wir merkten schnell, dass wir in einem 3.Weltland angekommen waren.
Auch die landestypische Bürokratie brachte einige Hindernisse. So wurde uns kurzer Hand nur eine fünftägige Arbeitserlaubnis erteilt. Trotz aller Schwierigkeiten ließen wir uns nicht entmutigen und operierten 5 Tage lang unter schweißtreibenden tropischen Bedingungen. Die vielen freiwilligen Helfer, die sich Tag für Tag in unserer „ Klinik“ einfanden, versuchten ihr Bestes, um uns die Arbeit so angenehm wie möglich zu gestalten; so wurden wir und unsere Patienten landestypisch bestens versorgt. Besonders erfreut waren wir über die Mitarbeit eines dominikanischen Kollegen, der uns einen Tag lang unterstützte. Wir absolvierten in einem OP-Marathon 89 chirurgische Eingriffe, davon alleine 79 Kastrationen weiblicher Hunde.
Nach erfolgter OP wurden die Hunde mit gelben Ohrmarken markiert. Die Bevölkerung wurde in der Presse über die Kennzeichnung informiert. Durch diese kostengünstige Markierung wird einem erneutem Einfangen entgegen gewirkt.
Das Elend der Straßenhunde ist nicht zu beschreiben, auf Details möchten wir an dieser Stelle bewusst verzichten. Die einzige Möglichkeit dem entgegen zu treten, sind fortlaufende Kastrationsaktionen. Zur Zeit ist schon das nächste Tierärzteteam vor Ort im Einsatz. Nach unserer insgesamt erfolgreichen Aktion steht für uns fest: Im nächsten Jahr kommen wir wieder!
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